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Kerzen selber machen aus Wachsresten

Die Tage werden langsam kürzer, draußen wird es zunehmend ungemütlich. Zeit, es uns drinnen gemütlich zu machen. Herbst- und Winterzeit ist auch Kerzenzeit. Mit ihrem angenehm wohligen Licht verbreiten sie zuhause Wärme und Gemütlichkeit. Doch irgendwann ist auch die schönste Kerze ausgebrannt. Vor allem bei den dickeren Kerzen bleiben häufig recht große, ausgebrannte Wachsreste zurück. Und nun? Ab in die Tonne? Dafür sind sie definitiv zu schade. Deshalb kannst du hier heute nachlesen, wie du aus alten Kerzen- und Wachsresten wunderschöne neue Kerzen selber machst.

Warum man Wachsreste wiederverwerten sollte

Die meisten Kerzen sind ökologisch leider nicht ganz unbedenklich. Denn ihr Hauptbestandteil ist in der Regel Paraffin, das ein Abfallprodukt aus der Erdölindustrie ist. Erdöl ist ein fossiler Brennstoff, der nicht nachwächst (also endlich ist) und bei dessen Verbrennung CO2 freigesetzt wird. Unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit also nicht gerade zu befürworten. Wenn wir dennoch Kerzen anzünden, sollten wir die dort verwendeten Ressourcen wenigstens voll ausschöpfen und nicht halb verbrannte Kerzen in den Müll schmeißen.  

Zitrone

Was braucht es neben Wachsresten?

Du hast nun also deine Wachsreste gesammelt und willst sie wiederverwerten. Super! Darüber hinaus brauchst du nur drei weitere Dinge, um neue Kerzen herzustellen:

 

Ohne Docht keine Kerze

Deine neue Kerze benötigt einen Docht, das ist klar. Du verwendest dafür am besten Garn aus 100% Baumwolle. Polyesterfasern oder andere synthetische Fasern eignen sich nicht, denn beim Verbrennen können giftige Stoffe entstehen.

Ich habe für den Docht meiner Kerzen Garn mit der US-Fadenstärke 2 (Fine) genommen. Damit der Docht die richtige Dicke hat und sich gut mit Wachs vollsaugen kann, flechtest du ihn zu einem Zopf. Der geflochtene Garn-Zopf sollte etwa 2-3 cm länger sein, als dein Gefäß hoch ist. 

Vom Wachsrest zur neuen Kerze

Hast du deine Dochte geflochten, geht es weiter. Lege deine Wachsreste nun in ein hitzebeständiges Gefäß (am besten eine Schüssel) und schmelze sie in einem Wasserbad. Das heißt, du setzt einen Topf mit heißem Wasser auf und lässt die Schüssel mit den Wachsresten darin schwimmen. Durch das heiße Wasser erwärmt sich deine Schüssel und das Wachs schmilzt. Gib dabei Acht, dass kein Wasser in das Wachs spritzt. 

Bevor du das geschmolzene Wachs nun zu neuen Kerzen verarbeitest, müssen deine Dochte noch fertig vorbereitet werden. Dazu ziehst du sie für ca. 30 Sekunden durch das geschmolzene Wachs, sodass sie sich gut vollsaugen können. Lass sie dann kurz abtropfen, wenn du sie aus dem Wachsbad hebst und lege sie zum Trocknen gerade (!) auf ein Stück Zeitungspapier oder Küchenkrepp.

 

Bring dich in Position

Die getrockneten Dochte sind fest. So kannst du sie prima im zukünftigen Kerzengefäß in Position bringen. Dazu spießt du sie einfach am oberen Ende mit einem Zahnstocher auf und legst diesen auf der Öffnung des Kerzengefäßes ab. Der Docht sollte mittig positioniert und so lang sein, dass er genau bis auf den Boden den Gefäßen reicht. 

Nun füllst du vorsichtig das geschmolzene Wachs in dein Gefäß mit dem positionierten Docht. Falls der Docht wie bei mir partout nicht in Position bleiben will, hilft es, den den Zahnstocher z.B. mit einem Buttermesser zu beschweren.

Sugaring-Paste

Dann heißt es Warten. Je nach Größe des Gefäßes dauert es ungefähr 2-3 Stunden, bis der Wachs so fest ist, dass du den Zahnstocher entfernen kannst. Kürze den Docht dann auf die passende Länge und mach es dir im Kerzenschein deiner neuen Kerze gemütlich! 

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