Seite wählen

Tie-Dye: Batik-Shirt mit Naturfarben färben

Ein Trend der uns auf unserer Kleidung in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen immer wieder heimsucht, ist Batik. Dabei handelt es sich um eine Textilfärbe-Technik, die ursprünglich aus Indonesien stammt. Traditionell werden dabei mit Wachs Muster auf die Textilien aufgetragen, damit diese beim Färben verdeckt sind und ihre ursprüngliche Farbe behalten.

Abwandlungen dieser Technik, bei der durch Abbinden und / oder Falten der Textilien vor dem Färben Muster erzeugt werden, sind nahezu überall auf der Welt unter unterschiedlichen Namen bekannt. Im englischsprachigen Raum spricht man beispielsweise von Tie Dye, in Japan von Shibori. Bei uns wurde Batik insbesondere während der Hippie-Bewegung in den sechziger und siebziger Jahren bekannt und erlebte in den Neunzigern ein Revival.

Und auch jetzt ist ein wieder so weit. Seit einiger Zeit sieht man nun häufiger wieder die altbekannten Muster auf verschiedensten Kleidungsstücken. Im Unterschied zu vorherigen Trends sind die Muster aktuell auch in gedeckteren Farben zu sehen. 

Wir werden heute ein ganz bekanntes Muster färben, das ihr sicherlich alle schon häufiger gesehen habt: die Spirale.

Textilfarben aus Naturprodukten

Textilfarben gibt es im Drogerie- und Supermarkt zur Genüge. Doch eigentlich braucht es die nur für besonders grelle oder ausgefallene Farben. Denn die Natur hat diesbezüglich einiges zu bieten. Und da gerade gedecktere Farben im Trend liegen, können wir mit Naturprodukten ein besonders schönes Ergebnis erzielen.

Jeder, der schon einmal einen Rotweinfleck auf der Bluse oder dem Hemd hatte, weiß, wie gut und nachhaltig Naturprodukte teilweise färben können. Hier einige Beispiele, welche Produkte ihr zum Färben verwenden könnt:

  • Rosa: Rote Bete
  • Gelb: Kurkuma
  • Beige / Braun: Zwiebeln
  • Blau / Violett: Rotkohl
  • helles Grün: Spinat

T-Shirt mit Batik-Muster einfärben

Bevor es losgehen kann, benötigt ihr natürlich ein Kleidungsstück oder ein Stück Stoff, das ihr färben möchtet. Bei der Wahl des Stoffes solltet ihr darauf achten, dass es sich möglichst um Naturfasern wie beispielsweise Baumwolle oder Leinen handelt. Denn nur diese nehmen die Farbe auch gut auf. Synthetische Fasern wie Polyester lassen sind schlecht bis gar nicht färben. Da wir heute ein Batik-Muster färben wollen, eignet sich am besten weißer oder heller Stoff.

Das benötigt ihr

Für unsere Spirale habe ich heute die Farben gelb, beige bzw. hellbraun und rosa gewählt. Zum Färben benötigt ihr folgende Dinge:

  • ca. 2 Liter einer Wasser/Essig-Mischung (Verhältnis 3:1, also 1.500 ml Wasser und 500 ml Wasser)
  • für die beige Farbe: 3 kleine rote Zwiebeln, 3 Teebeutel für schwarzen Tee
  • für die rote Farbe: ein Glas rote Bete (ca. 340 g)
  • für die gelbe Farbe: 2 EL Kurkuma
  • Garn

Die Zutaten reichen ungefähr für zwei T-Shirts.

Schritt 1: Farben vorbereiten

Zunächst bereiten wir unsere Textilfarben vor. Stellt dazu schon einmal alle Zutaten und drei Töpfe bereit.

Für die gelbe Farbe gebt ihr einfach zwei EL Kurkuma-Pulver, das ihr zum Würzen von Speisen verwenden könnt, in den ersten Topf. Dazu gebt ihr ca. 600 ml Wasser.

Für die beige / hellbraune Farbe viertelt ihr drei kleine Rote Zwiebeln und gebt sie in den zweiten Topf. Ihr braucht sie nicht vorher schälen, die Schalen kommen mit in den Topf. Dann gebt ihr auch hier ca. 600 ml Wasser dazu. Um die Farbe etwas kräftiger zu machen, gebt ihr zusätzlich noch drei Teebeutel schwarzen Tee in den Topf.

Für die rosa Farbe gebt ihr einfach das gesamt Glas rote Bete mitsamt Flüssigkeit in den dritten Topf und gebt noch etwa einen halben Liter Wasser hinzu.

Alle drei Flüssigkeiten lasst ihr dann jeweils für ca. 20 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln. Danach siebt ihr die „festen“ Bestandteile, wie rote Bete-Scheiben und Zwiebeln, heraus. Am einfachsten geht das, indem ihr die Flüssigkeiten über einem Sieb in ein anderes Gefäß umschüttet. Bei der gelben Farbe solltet ihr ein Käsetuch in das Sieb legen, damit die feinen Partikel des Kurkuma-Pulvers herausgefiltert werden.

 

Schritt 2: T-Shirts vorbereiten

Optional: Bevor ihr mit dem Färben des Stoffs loslegt, könnt ihr das Textil vorher beizen. Das sorgt dafür, dass die Farben hinterher besser halten. Dafür gebt ihr den Stoff in einen Topf mit dem Wasser/Essig-Gemisch und lasst ihn auf mittlerer Stufe für ca. 40 Minuten köcheln. Danach wird der Stoff ausgewaschen und vollständig trocknen gelassen. Am besten macht ihr das also am Vortag.

Vor dem Färben müssen wir unser Shirt zunächst in ein kleines Paket schnüren, damit wir später das gewünschte Muster auf dem Stoff haben. Für die Spirale sucht ihr euch den gewünschten Startpunkt auf eurem Shirt aus. Das kann mittig sein, muss aber nicht. Dort wo ihr ansetzt, wird später der Mittelpunkt der Spirale sein.

An eurem Startpunkt setzt ihr mit eurer Hand oder einer Gabel an und dreht den Stoff ganz einfach ein (Bilder 1 und 2). Das Päckchen, das so entsteht, wollt ihr nun fixieren. Das macht ihr am besten mit Garn oder Paketschnur. Bindet das Shirt dreimal zusammen, sodass sechs Ecken entstehen (Bild 3).

 

Schritt 3: Färbung

Jetzt wird es langsam spannend und wir beginnen zu färben. Mit welcher Farbe ihr beginnt, ist grundsätzlich nicht ganz so wichtig. Empfehlen würde ich die Farbe, die am wenigsten intensiv ist, die ihr dann großzügig auf zwei gegenüberliegende Ecken auftragt. Am besten geht das mit einem Esslöffel und über dem Spülbecken (das erspart euch einiges an Schweinerei…).

Nehmt dann die nächste Farbe und geht genauso vor. Denkt daran, den Stoff von vorne und hinten zu benetzen und seid ruhig großzügig – der Stoff sollte gut mit eurer Farbe durchfeuchtet sein. Habt ihr alle Ecken eingefärbt (Bild 3), legt ihr euer Päckchen für ca. zwei Stunden zur Seite und lasst die Farben einwirken. 

Nach der Einwirkzeit könnt ihr die Schnüre lösen und das Shirt auffalten. Lasst es dann vollständig trocken. Legt dabei am besten etwas unter, damit ihr euch nicht mit Farbtropfen den Fußboden versaut. Ist das Shirt trocken, solltet ihr es gut bügeln, das sorgt nochmals für einen besseren Halt der Farben. 

Eurer Batik-Shirt könnt ihr dann bei 30 Grad waschen. Beachtet allerdings insbesondere bei der ersten Wäsche, dass die Farben noch etwas auswaschen und damit andere Textilien verfärben können.